Börse Frankfurt am Dienstag

Knapp daneben ist auch daneben. Heute am Morgen die 10.000 übersprungen und dann wieder abgetaucht. Hier ist der Vormittagsbericht der Frankfurter Börse.

MoneyAktien Frankfurt: Leichter – Dax fällt wieder unter 10 000 Punkte

02.12.2014 12:11

FRANKFURT (dpa-AFX) – Dem Dax ist am Dienstag nach einem kurzen Sprung über die 10 000-Punkte-Marke die Kraft ausgegangen. In der Spitze war das Börsenbarometer bis auf 10 038 Punkte gestiegen, verlor aber in der Folge wieder an Boden. Gegen Mittag stand der deutsche Leitindex nur noch bei 9933,03 Punkten, ein Minus von 0,31 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs vom Montag. Der MDax mittelgroßer Unternehmen sank zuletzt um 0,06 Prozent auf 16 992,99 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,78 Prozent auf 1335,41 Punkte abwärts. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone ermäßigte sich um 0,12 Prozent.

Der Aktienmarkt bewege sich auf hohem Niveau seitwärts, beschrieb Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar die aktuelle Lage. Er hält einen Rücksetzer nach dem zuletzt starken Lauf der Börsen für wahrscheinlicher als neue Rekorde. Größere Rückschläge werde es zumindest vorerst aber wohl nicht geben. Grundsätzlich trieben die Hoffnung auf weitere Anleiheaufkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die Angst vor Minuszinsen auf Spareinlagen die Anleger in Aktien, sagte Kapitalmarktstratege Oliver Roth von der Bank Close Brothers Seydler.

KURSEINBRUCH BEI SMA SOLAR NACH WEITERER GEWINNWARNUNG

Unter den Einzelwerten standen SMA Solar mit einer erneuten Gewinnwarnung im Blick. Die Papiere des Solarunternehmens brachen um gut 18 Prozent ein. Am Montag waren sie bereits vor der Warnung um fünfeinhalb Prozent abgerutscht. Seit dem Jahreshoch im März hat sich der Kurs mittlerweile mehr als halbiert. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das TecDax-Unternehmen nur noch mit einem Umsatz von 775 Millionen Euro bis 790 Millionen Euro und einem Verlust von bis zu 115 Millionen Euro. Seit dem Sommer hatte SMA noch bestenfalls eine schwarze Null erwartet.

Eon-Aktien verloren nach der steilen Aufwärtsbewegung vom Vortag 1,68 Prozent und gehörten damit wie die Papiere von RWE (minus 1,85 Prozent) zu den schwächsten Werten im Dax. Am Vorabend hatte die Ratingagentur Moody’s nach der bekanntgegebenen Aufspaltung des Düsseldorfer Energiekonzerns angekündigt, das Eon-Rating hinsichtlich einer möglichen Herabstufung zu überprüfen.

Salzgitter-Aktien fielen nach dem Aus für das South-Stream-Gasprojekt um mehr als 8 Prozent und waren damit einsames Schlusslicht im MDax. Russland will die Erdgasleitung South Stream zur Versorgung Südeuropas nun doch nicht bauen. Das Projekt sei durch die “Blockadehaltung” der EU sinnlos geworden, sagte Kremlchef Wladimir Putin am Montag in Ankara. Da die zum Stahlkonzern Salzgitter gehörende Europipe einen Auftrag für das Projekt gewonnen habe, trübe die Nachricht die Stimmung der Anleger, sagte ein Händler. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass – je nach Vertragsinhalt – Schadenersatzzahlungen möglich seien.

JUNGHEINRICH RÜCKEN IN MDAX AUF

Im Fokus waren zudem die von außerplanmäßigen Indexveränderungen betroffenen Aktien. Wie die Deutsche Börse am Vorabend mitgeteilt hatte, rücken für die wegen zu wenig Streubesitz aus dem MDax ausscheidenden Papiere von Sky Deutschland die Titel von Jungheinrich in den Index für mittelgroße Werte auf. Die Papiere des Gabelstapler-Herstellers gewannen 2,45 Prozent. Für Jungheinrich rückt der Eisenbahnwaggon-Vermieter VTG in den Kleinwerteindex SDax auf. Alle Änderungen werden an diesem Donnerstag umgesetzt.

Als möglicher Sky-Nachrücker wurden von einigen Marktteilnehmern auch die Aktien des Modehändlers Zalando gehandelt, die zuletzt um 2,81 Prozent absackten. Händler verwiesen allerdings darauf, dass so mancher Anleger die Nichtaufnahme in den MDax wohl als “Ausrede” benutzt habe, um Gewinne mitzunehmen. Schließlich habe sich Zalando in den vergangenen 7 Handelstagen um fast 35 Prozent verteuert./edh/zb

— Von Eduard Holetic, dpa-AFX —

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