Grosse Sturmwind/Erdbeben/Hagel und Ungewitter

Frankfurt ist seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 794 nun im diesem Jahr, 2014 genau 1220 alt und hat Geburtstag. Aus diesem Grund habe ich diese neue Kategorie angelegt und werde an dieser Stelle besondere Ereignisse die die Bürger im frühen und späten Mittelalter bewegten, veröffentlichen. Ich entnehme diese Ereignisse, in Teilen,  aus verschiedenen Bereichen wie Wetter, Unwetter, Main, Zeichen am Himmel wie in Frankfurth gesehen, Feuersbrünsten und den Menschen,  der CHRONICA FRANKFURTH AM MAYN, geschrieben von Achillem Augustum von Lersner. Lersner veröffentlichte 1706 den ersten Teil der Chronic, verstarb aber am 29. Dezemer 1732. Sein Sohn Georg Augustum Lersner stellt den zweiten Band fertig und dieser wurde dann 1734 in Frankfurth am Mayn gedruckt in der Druckerei Johann Adam Recksroth.

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1520 – Sind 8 große Wetter gewesen, die an Menschen und Vieh viel Schaden gethan, darunter auch E.E. Raths kleinere Marck-Schiff, ein Mann und ein Pferd jämmerlich zerschlagen worden seyn.

1563 – Freytag den 21. May: Umb ein Uhr Nachmittag, ist ein erschreckliches Wetter, mit Donner, Regen und großen Kisseln (Hagel), so mehrentheils in Größe gemeiner Hasselnüssen gewest, und also in der Menge gefallen, dass sie mit Hauffen denselben Tag ohnverschmolzen gelegen / so hat das Wetter in das Carmeliter Closter allhier geschlagen/also wo deme mit Vorsehung geschehen, ein groß Feuer gefolgt war.

1579 – Den 9. Octob. Um 3 Uhr fallen grosse Kisselen, so denen Trauben vielen Schaden verursacht haben.

1597 – May 29. Ist ein erschrecklich  Gewitter gewesen, und Kisselen, wie halbe Hüner-Eier gworfen, ist durch das Haunauische biß durch das Hessenland gangen, hat die Frucht ganz in Boden, samt den Weingärten zerschlagen, also dass das selbige Jahr wo es hingegangen, weder Korn noch Wein geben, an etlichen Orten haben die Kisselen, die Schaaf und andern Vieh, so im Feld gewesen zu zu Erd geschlagen, auch die Leuth beschädigt.M.S. Hans Strauß

1618 – Den 20. April: Verbrand ein Scheuer (Scheune)  auf der Galgengaß durch Einschlagung des Gewitters.

1619 – Januarii 19. Morgens zwischen 6.und 7. Uh, ist unweit Frankfurth/ an der Höh gegen Königstein/ Reiffenburg und Cronenburg ein grosses Erdbeben welches sonsten nicht gemein  in diesen Landen gespürt worden/ denselben Tag, hat die Nieda (Nidda ist ein Fluss der im Vogelsberg entspringt und bei Höchst in den Main mündet) auffgehört zu fliessen und hat das Wasser verlohren/ also daß die Papier und Mahlmühl zu Bonameß und anderen Orten mehr, ganz still gestanden/biß auf halb Weg zehen Uhr gegen Mittag, das das Wasser nach drey Stunden wiederum kommen: vid.Oester. Lorbeer Crantz pag 100. Relat. Histor. Latin. Tom. XII lib. 3.pag.134.

1668 – Montag den 14. Dec. Morgens zwischen 12. und 1 Uhr war ein schröcklicher Sturmwind  und Hagelwetter, wobey auch zugleich ein klein Erdbeben verspiert worden.

1672 – Aug. 6. Abends umb halb 6. Kam zu und um Frankfurt ein ganß unversehenes grausames Gewitter, dergleichen in vielen Jahren nicht erhört worden/und erschlug den “Keller von Usingen” zwischen der Friedberger Warth und der Stadt, dass er sprachlos nach Bornheim getragen worden, daselbsten die Nacht seelig verschieden und zu Frankfurt begraben, sein Pferd blieb vom Schlag alsobalden auf der Stelle todt.

1168 – Mittwoch den 17. Aug. Nachmittags ein wenig nach 1.Uhr Kam plötzlich ein heftiges Gewitter,mit schrecklichem Donner und Blitzen, nebst grausamen Sturmwind, schlug in die Gulden Lufft, und in das Nebenhaus als eben Herr Georg Wilhelm Orth Dähnischer Refident einziehen wollen/und die Pferd unter dem Thor gestanden/wodurch das eine Pferd tod geschlagen / das andere an den Hals gestreifft worden, dass es zu Boden gefallen, der Knecht ware am Arm berihrt  und auf der rechten Seiten ganz blau, fiel wie tod zu Boden, da man ihm Ader gelassen, hat er sich wiederum erholet.

1708 – 10. Marz. Donnerte und blitze es/darauf gab es schön Wetter, wodurch den 14. Marz die Aprikosen und Pfirsiche blüheten, den 19. und 20. dito fallet ein Frost ein, und verderbet fast alles.

1708 – 4.5.6.7. und 8. May ist es sehr kalt und rauhe mit Schnee und Hagel, wodurch der Weinstock so getrieben, viel Schaden gelitten.

1708 – Vom 18. Junij bis den 7. Aug. fast continuirliches Regenwetter, wodurch der Weinstock grossen Schaden gelitten, dabey ware viel Wind.

1721 – Den 16. Junii Abends umb 9 Uhr ist durch einen Donnerschlag die Brücken – Mühl (Alte Brücke) in Brand gerathen.

1727 – Den 12. May : Morgends früh  vor 6. Uhr / ware ein Erdbeben allhier / durch die ganz Stadt, so, dass die runde Steine unter dem Thor, dem Galgenthor genant, entzwey sprangen/ doch ist nur eine einzige Erzitterung gewesen.

 

 

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