Die Kleinmarkthalle in Frankfurt

 

Frisch und knackig aus Frankfurt Oberrad,  und natürlich aus den Gärten der Welt. Obst und Gemüse, Kräuter und Gewürze, Fleisch und Wurst, Salate, Fisch und Krustentiere, Austern und Wein, Käse und Butter, Brot Kuchen und Gebäck, Blumen und Pflanzen und auch Sämereien und Gartenzubehör. Darüber hinaus Naschereien aus vielen Ländern und allerlei Köstlichkeiten aus Nah und Fern.

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Die Kleinmarkthalle  mitten in der Stadt Frankfurt gelegen, grob zwischen Zeil und Berliner Straße. Zwei Eingänge stehen den Kunden und Besuchern zur Auswahl, zum Liebfrauenberg und von der Hasengasse.

Es gibt auch einige, wenige Parkplätze für Kunden, doch diese sind rar und schwierig zu bekommen. Stammkunden wissen das und stellen sich mit Ihren Autos am Anfang der Parkbucht/Straße an und warten bis ein anderer Kunde wegfährt. Manchmal wird dies zu einer schwierigen Übung, hupen doch manche Zeitgenossen die nicht gewillt sind zu warten. Es gibt auch Standbesitzer die auf Ihren fest gemieteten Parkplatz wollen und keine Rücksicht auf ihre potentiellen Kunden nehmen.

Der Frankfurter nimmt es gelassen und ergattert in Ruhe den nächsten, frei werdenden Parkplatz.

Zur Geschichte der Kleinmarkthalle ist zu sagen, dass der Magistrat der Stadt Frankfurt 1871 beschloss die Errichtung einer städtischen Markthalle auf dem Gelände zwischen der Fahrgasse und der Hasengasse vorzunehmen. Diese wurde dann zwischen 1877 und 1879 im Stil der Neurenaissance erbaut.  Bevor die Großmarkthalle 1928 eröffnet wurde, diente die Kleinmarkthalle auch als Großmarkt.

1944 wurde die Kleinmarkthalle bei einem Bombenangriff zerstört und 1954 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wieder aufgebaut, allerdings 200 Meter weiter südwestlich, zwischen der Hasengasse und dem Liebfrauenberg.

Heutzutage spricht man von Modernisierung, Umbau und so weiter, aber man kann sich auf kein Konzept einigen. Es gibt auch eine große Verunsicherung der Markthändler über die zukünftige Marktordnung und der Rechte der Händler. Dies mag den Einen oder Anderen hindern in seinen Stand zu investieren und zu modernisieren.

Für mich ist die Kleinmarkthalle die Antwort auf viele Probleme der Gegenwart bezüglich Frische, Haltbarkeit, Herkunft und Reinheit der Lebensmittel.

Die regelmäßig wiederkehrenden Skandale über Gammelfleisch, Falschetikettierungen und was sich skrupellose Hersteller sonst noch einfallen lassen, gehen an mir relativ geschmeidig vorbei:

Ich kaufe bei dem Metzger meines Vertrauens, dem Obst und Gemüsehändler meines Vertrauens und bei einem bäuerlichen Vermarktungsladen aus dem Frankfurter Umland, welcher Geflügel aus eigener Zucht, frische Hühner, Enten, Puten und Gänseeier, Fleisch vom Wollschwein aus eigener Zucht und eine ganze Anzahl Produkte von diesen Tieren und eine große Auswahl Wild aus der Frankfurter Umgebung führt. Darüber hinaus kaufe ich Brot und Kuchen vom Bio – Bäcker, und nicht zuletzt Butter und Käse bei einem Delikatessenhändler.

Ich möchte Sie gerne heute zu einem meiner Wocheneinkäufe in die Frankfurter Markthalle mitnehmen, damit Sie sich ein Bild machen können was Sie dort erwartet, sollten Sie sich entschließen, einmal dort einzukaufen. Natürlich bedeutet es nicht, dass die anderen Händler schlechtere Qualität im Angebot haben, ich möchte Ihnen nur meine eigene Erfahrung weitergeben.

Bauer Mann, auf der Galerie

Klaus Mann, der Landwirt aus dem Frankfurter Umland ist jeden Freitag und Samstag an seinem Stand auf der Galerie. Zu Spitzenzeiten wie an Ostern und zu Weihnachten hilft natürlich die ganze Familie mit aus um das reichhaltige Sortiment zu verkaufen.

Das Sortiment an frischen Eiern ist sehr groß. Weiße und braune und sogar grüne Eier sind im Angebot. Außerdem gibt es je nach Jahreszeit Enten – Puten und Gänseeier. Natürlich fehlen auch die kleinen Wachteleier nicht. Ein großer Teil des Sortiments ist dem Geflügel gewidmet. Kein Chlorgeflügel, nicht tiefgefroren, nicht aus Massenproduktion sondern vom eigenen Bio Hof in Groß – Zimmern. Es gibt Rothalshähne, Schwarzhalshähne, Kapaune, Enten, Gänse und Puten, Tauben (Wild und Zuchttuben), Fasan,   Rebhühner, je nach Jahreszeit, dazu kommt eine große Auswahl an Wild wie Reh, Wildschwein, Hirsch, Wild Hase und Stallhase. Auch Fleisch vom Wollschwein wird regelmäßig geschlachtet und ist dann im Angebot sowie Kalbfleisch und einiges mehr. Herr Mann bietet auch eine Sortiment an Bratwürsten und Speck/Schinken vom Wollschein an.

Eine freundliche Bedienung und ein großes, frisches Sortiment lassen mich fast wöchentlich hier einkaufen. Es ist ein tolles Einkaufserlebnis und ich möchte jedem Frankfurter oder Besucher empfehlen bei der Familie Mann hereinzuschauen.

An den anderen Wochentagen ist der Stand geschlossen, Man kann dann im Hofladen auf dem Bauernhof der Familie Mann einkaufen. Die Familie veranstaltet auch regelmäßig Hoffeste in Groß – Zimmern.

Metzgerei Ullmann

Ein weiteres Highlight meines Wocheneinkaufs ist dann der Besuch am Stand des Metzgermeisters meines Vertrauen, Reiner Ullmann von der Metzgerei Ullmann. Eine Metzgerei die zwar nicht mehr selbst schlachtet, Frankfurt hat seinen Schlachthof vor vielen Jahren geschlossen, aber der Betrieb wurstet noch selbst. Und wie!

Beginnen wir mit dem Fleisch. Ein großes Sortiment vom Schwein, das bezieht der Metzgermeister aus Aschaffenburg bei Frankfurt, lockt viele Frankfurter,  aber auch Neu – Frankfurter aus China und anderen Nationen an. Man kann Schweinesolber (in Lake eingelegtes Kleinsolber), Ohren, Schnauzen, Füße, Haspel, Eisbeine, Rippchen, Bauch, Haut, Dörrfleisch, Spare Rips, Koteletts, Braten aller Art und Spanferkel kaufen.

Beim Rind und Kalbfleisch ist das Sortiment ebenfalls sehr groß und umfasst alle Produkte aus diesem Bereich. Schöne Steaks, Braten, Suppenfleisch, Ochsenschwanz, Filets, Backen, Haxen Kalbshaxen (Man ist auf Kalbshaxen spezialisiert) Gulasch, Leber und andere Innereien, Hackfleisch (frisch durchgedreht) Rouladen, Schnitzel und alle anderen Produkte. Man kann natürlich auch alle Produkte vorbestellen wie zum Bespiel Rollbraten, gefüllte Kalbsbrust und Kalbsnierenbraten und Kalbskopf.

Der 49 jährige Metzgermeister bezieht sein Rindfleisch von einem Schlachter in Jossa – Hosenfeld bei Fulda und die Rinder wachsen bei Bauern der Umgebung auf, zum Beispiel Bauer Ruppel aus Tiefengruben oder Bauer Wehner in Hainzell und Jäckel in Neuhof.

Das Angebot bei den Wurstwaren ist riesengroß und die meisten Sorten werden in der eigenen Wursterei hergestellt. Zum Beispiel: Brühwurst (Fleischwurst, Wiener, Fleischwürstchen, Krakauer, Weißwurst, Rindswurst, Käsewürstchen, gebrühte Bratwürstchen und verschiedene Aufschnitt – Sorten. Vom Schinken produziert der Meister gekochten Schinken, rohen Schinken, Kasseler und gekochte Rippchen. Von der Kochwurst stellt er Blut und Leberwürstchen, geräucherte und frische Blut und Leberwurst her und noch eine grobe Blutwurst mit Fleischeinlage und eine geräucherte, grobe Leberwurst und hausmacher Presskopf mit und ohne Kümmel her. Von der Rohwurst werden Westfälinger, Debreciner und grobe Mettwurst ( und halbfein und grobes Brät) hergestellt. Nicht zu vergessen die Bratwürste: feine Kalbsbratwurst, Chili, Bauernwurst, Salcicea, Thüringer Bratwurst, Bärlauch und Handkäsebratwurst.

Die Spezialitäten des Betriebes sind gekochter Knochenschinken, Presskopf, eingelegtes Spanferkel, Corned Beef, grüne Soße und der hausgemache Rohe Schinken. Auch empfehlenswert ist der selbst gemachte Kartoffelsalat, entweder mit Speck oder mit Gurke, der Krautsalat und natürlich der Ochsenmaulsalat.

Mein Einkauf fällt immer etwas zu groß aus, aber ist ein Wunder bei solch einem “mouthwatering”  Angebot.

Solange ich hier einkaufen kann bin ich glücklich und ich sage ehrlich, kümmert mich kein Gammelfleisch der Welt und auch nicht was die Supermärkte in Deutschland veranstalten, Preiskämpfe, Verdrängung, verdorbene Lebensmittel, abgelaufene Haltbarkeitsdaten, schlechte Qualität, schlechte Haltbarkeit und ein stark eingeschränktes Sortiment.

Obst, Gemüse, Südfrüchte REITZ

Zum Schluss möchte ich Ihnen noch einen Betrieb vorstellen der schon sehr lange in der Kleinmarkthalle vertreten ist.

Die Firma “Obst und Gemüse, Südfrüchte Reitz” war früher bekannt unter dem Namen Spargel Müller, den die Eltern der Chefin gründeten.

Der Betrieb wird heute von der Inhaberfamilie Reitz geführt und der “Junior” Marco hat viel Elan und Schwung um die Firma sicher in die nächsten Jahrzehnte zu bringen.

Selbstverständlich ist das Angebot des Händlers immer sehr stark von der Saison und vom Wetter abhängig. Marco kauft stark im Umfeld ein, Oberrad hat ja einiges zu bieten: Frische Grüne S0ße, Tomaten, Gurken und natürlich Kräuter. allerbeste und frische Salate wie zum Beispiel Kopfsalate, Trotzkopf, Endiviensalat aus Deutschland oder Frankreich, je nach Jahreszeit, Feldsalat, Portulak (Deutscher Feldsalat) Brunnenkresse und vieles mehr. Aber auch Weisskohl, Rotkohl, Wirsing, Karotten im Bund und einzeln, Sellerie, Bohnen, Erbsen, Rosenkohl, Blumenkohl, Kohlrabi, Rote Bete, Radieschen, Rettich, viele Kartoffelsorten, Zwiebel (weiß, rote, Eschalotten, Küchenzwiebel, Frühlingszwiebel, Lauch, Paprika, Chili,  Fenchel, Avocados Pilze aus Kultur und auch frische Waldpilze wie Pfifferlinge und Steinpilze, Morcheln, und vieles mehr.

Von Frühling an natürlich Spargel in allen Qualitäten und Farben und ein großes Sortiment an frischem Obst. Apfel aus Deutschland, Birnen, Nüsse, Pflaumen, Aprikosen, Nektarinen und Pfirsiche, Trauben aus dem Import, Trockenobst und andere Importware wie Ananas, Bananen, Melonen, Orangen Mandarinen, Grapefruit,  exotische Früchte.

Ein besonderes Highlight für mich sind die knackfrischen Beeren wie zum Beispiel: Heidelbeeren (Kultur  und Waldbeeren) Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und natürlich Erdbeeren. Mein Lieblingsprodukt zu de n Beeren sind Granatapfelkerne die die Familie Reitz frisch aus den Granatäpfeln fertigt.

Mein besonderes Interesse gilt jede Woche den italienischen Bio Zitronen aus Amalfi. Der Saft dieser Zitronen ist einmalig und der Abrieb von der Schale ist genüsslich.

Der Einkauf bei der Familie Reitz ist ein Erlebnis der besonderen Art. Jeder kümmert sich aufmerksam um die Kunden, die Beeren werden auf Frische durchgesehen und alle Produkte auf Beschädigungen oder Flecken  geprüft, bevor Sie im Einkaufsbeutel verschwinden.

Ein Mitarbeiter, oder der Chef selbst, bringt die Tüten zum Auto.

Hallo Supermarkt, du bist für mich verloren!

 

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