Wohnraum in der City

So schlimm ist es noch nicht. Alles ist aber möglich.

So schlimm ist es noch nicht. Alles ist aber möglich.

 

Offensichtlich besteht innerhalb der Stadtverwaltung und der beteiligten Parteien keine Übereinstimmung wie das Problem Wohnungsknappheit angegangen werden soll.

Es ist allgemein klar, dass Frankfurt keine großen Flächen zur Verfügung hat um Wohnraum in angemessener Größenordnung zu bauen. Momentan wächst die Bevölkerung Frankfurts wöchentlich um 300 Personen, also rund 15000 im Jahr. Seit Jahren allerdings herrscht bereits eine Wohnraumknappheit und die momentane Bautätigkeit kann dieser nicht gerecht werden. Der Oberbürgermeister Feldmann bevorzugt auf dem Acker zu bauen, andere wollen Neubürger dieser Stadt in das Umland verpflanzen. Niemand habe ein Recht darauf in Frankfurt wohnen zu dürfen, so ein populärer Landespolitiker.

Der Eigentümerverband Haus & Grund ist der Meinung, dass der Ausbau von Dachgeschossen zu Wohnraum ein Potential von 8000 Wohnungen hätte. Studenten und Professoren der Fachhochschule haben einen Prototyp entwickelt und Rechnung mit bis zu 60.000 Wohnungen die beim Ausbau des ungenutzten Dachbodens entstehen könnten, schreibt die FAZ am  vergangenen Samstag den 3. Januar.

Allerdings gibt es eine Anzahl  von Behinderungen die diesem Ausbau im Wege stehen. So zum Bespiel vorgeschriebene Aufzüge ab dem 5. Stockwerk und PKW Abstellplätze. Ausnahmegenehmigungen sind allerdings möglich.

Wir denken, Aufzüge sollten eher gefördert werden denn die Bevölkerung altert immer stärker und wer will seine Einkäufe bis in den 3. oder 4. oder sogar den 5. Stock schleppen. Es gibt auch viele Dienstleister die nicht bereit sind Ihre Waren in die oberen Stockwerke zu liefern. So auch die Post deren Mitarbeiter dann lieber eine Benachrichtigung in den Briefkasten legen, dass niemand angetroffen wurde. Lieferanten für Getränke, wie Wasser, Bier und Wein weigern sich ebenfalls bei Nichtvorhandensein eines Fahrstuhls die Ware bis in die Wohnung zu liefern. Aus diesem Grund sehen wir es als eher notwendig den nachträglichen Einbau von Fahrstühlen zu fördern, sei es durch Steuervergünstigungen oder auf andere Art und Weise. Das gleiche gilt auch für  PKW – Abstellplätze. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die Frankfurter Autofahrer darauf verzichten werden einen PKW zu besitzen, erst recht nicht wenn die Treibstoffkosten sinken und durch neue Technik neue Reize gesetzt werden.

Auf jeden Fall ist Handlungsbedarf vorhanden, will man das Wachstum der Stadt nicht abwürgen und im Keim ersticken. Die Anstrengungen der Stadtverwaltung die City attraktiver zu gestalten, mehr Hotels, Rekonstruktionen von alten Stadtvierteln, neue Museen, mehr Arbeitsplätze und so weiter werden selbstverständlich zu einer erhöhten Zuzugsrate nach Frankfurt führen und dem ist Rechnung zu tragen. Alles andere wäre unverständlich und nicht nachvollziehbar.

In den neunziger Jahren war der Ausbau der Dachgeschosse schon einmal gefördert worden, man verzichtete auf die Aufzugpflicht und auf den Stellplatznachweis. Diese gesetzlichen Erleichterung wurden allerdings wieder aufgehoben. Man entschied, dass Wohnungsnot kein Thema mehr war, sagt Rainer Kling, der stellvertretende Leiter der Bauaufsichtsbehörde in Frankfurt. (Siehe FAZ vom 3.1.15)

Was für ein  ein Irrtum, sagen wir.

Die Stadtverwaltung muss auch endlich mit einem Tabu brechen und die Kleingartenpolitik neu ordnen. Es kann nicht sein, dass eine Großstadt wie Frankfurt über keine Bauflächen verfügt, dafür aber mit Kleingärten und Gartenanlagen überzogen ist. Ein Teil dieser Gartenanlagen muss aus dem Kernbereich der Stadt verschwinden und an den Rand weichen. Bevor man Neubürger an den Rand der Stadt verbannt und dafür die Äcker zubaut sollte man lieber die Kleingärten dorthin verlagern, dort ist die Luft auch besser. Man kann doch nicht so borniert sein und die Bürger jeden Tag nach draußen fahren und am nächsten Tag zur Arbeit wieder abholen und damit die Umwelt immer mehr belasten. Die Menschen gehören in die Stadt, zu Ihrer Arbeit, und nicht in die Umwelt, sofern sie nicht dort beschäftigt sind.

Einem Kleingärtner kann man zumuten einmal in der Woche, oder zweimal wenn es hoch kommt, an den Stadtrand zu fahren.

Es wäre bestimmt interessant zu wissen woher die momentan in Kleingartenvereinen organisierten Menschen kommen. Leben diese in Frankfurt, sind also Frankfurter Bürger, oder leben sie gar im Umland und verbringen Ihre Freizeit teilweise in legerer Stadtumgebung und Gesellschaft? Kann es vielleicht sein, dass auswärtig Ansässige mit ihren  vererbten oder gekauften Kleingärten den Frankfurtern den Wohnraum streitig machen? Die Gartenanlagen längs der Bahnlinien und Autobahnen kann man ruhig dort lassen, aber im Innenstadtbereichen wie in Bockenheim, Hausen, Ginnheim und nahe dem Fernsehturm müssen nicht sein. Dort sollten moderne Wohnungen entstehen, keine Wohnblocks sondern überschaubare Mieteinheiten und auch keine Eigentumswohnungen. Es sei denn es gelänge attraktive Mischbebauungen zu realisieren.

Das wäre auf jeden Fall auch günstiger für die Stadt anstatt Autobahnen zu überbauen um dadurch Flächen für den Wohnungsbau zu gewinnen. Zu sehr hohen Kosten da weder Bund noch Land sich beteiligen wollen.

Das Problem ist brennend und bedarf einer schnellen Lösung, über die Parteigrenzen hinweg, möglichst gemeinsam. Die Bürger werden es danken wenn sie endlich mehr bezahlbaren Wohnraum in Frankfurt finden und nicht fast ein gesamtes Gehalt bei einem Vermieter landet.

 

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