Karfreitagsruhe – Was ist das? Warum darf nicht getanzt werden?

Kreuzigungstriptychon von 1445 Rochier van der Weyden

Kreuzigungstriptychon von 1445 Rochier van der Weyden

 

Karfreitag – Althochdeutsch: Kar für Trauer/Leid

In der Nacht wurde Jesus verhaftet, verhört und gefoltert. Die Schergen peitschten ihn aus und drückten ihm eine Dornenkrone auf den Kopf. Frühmorgens verurteilte ihn der römische Statthalter Pontius Pilatus zum Tode. Um 9 Uhr wurde der Gottessohn ans Kreuz geschlagen, um 15 Uhr starb er. Getreue bestatteten ihn in einem Felsengrab.

 

Es ist wieder einmal so weit. Es ist Karfreitag und in Deutschland melden sich alle Parteien zu Wort, die angeblich zu diesem Thema etwas zu sagen haben. Pro “Karfreitagsruhe” und contra “Karfreitagsruhe”.  Selbstverständlich sind die Kirchen für den Ruhetag ab Gründonnerstag morgens um 4 Uhr bis zum Ostersamstag. Einige Gruppen, so die Piratenpartei sind dagegen. Was auch sonst. Sie schlagen vor auf dem Frankfurter Römerberg leise zu “zappeln” um damit gegen das Tanzverbot zu protestieren.

Im Netz haben wir die Position des Frankfurter Kirchendezernenten und Stadtrates Uwe Becker  gefunden und seine Worte machen unseres Erachtens nach eine Menge Sinn. Deshalb zeigen wir seinen Beitrag in diesem Artikel damit sich jeder eine eigene Meinung bilden kann.

Weshalb sollen wir nicht manchmal ruhen und nachdenken. Nachdenken über das was ständig Neues in unserer Gesellschaft passiert und wie wir damit umgehen sollten.

Alleine die letzten 14 Tage haben wieder einmal so viel Grauen über uns verbreitet, dass einem schlecht werden kann. Flugzeugabsturz in den französischen Alpen. Fast 150 Menschen sind dort an einem Gebirgshang gestorben. Menschen die aus Spanien nach Deutschland fliegen wollten. Weshalb? Weil der Co-Pilot des Fluges vermutlich unter Depressionen litt und Selbstmord beging! Weil er sich im Cockpit einschloss und den Piloten aussperrte so dass dieser die Katastrophe nicht mehr verhindern konnte. Feige geplant sonst hätte er sich nicht tage davor im Internet informiert wie man die Cockpit Tür final verschließen kann.

Oder das grauenvolle Sterben in vielen Ländern des mittleren Ostens. Jeden Tag aufs Neue explodieren Bomben, wird getötet und gekämpft. Sogar junge Menschen aus unserem Land reisen dorthin um sich an diesem Töten zu beteiligen. Angeblich im Namen Gottes.

Oder gerade gestern wieder sind 50 Seeleute vor der Halbinsel Kamchatka in Russland ertrunken weil ihre schwimmende Fischfabrik gesunken ist. Vermutlich auf eine Eisscholle aufgelaufen und dann gesunken. Eine Multinationale Besatzung kam zur Hälfte um. Heute findet man diese Nachricht schon nicht einmal mehr im Videotext des Fernsehens.

Oder, dass 150 junge Menschen in Kenya von “Gotteskriegern” aus Somalia im Bett erschossen werden nur weil sie Christen sind und in einer Universität eingeschrieben sind die kurz hinter der Grenze zu Somalia liegt. Und weil Kenya die Regierung von Somalia im Krieg gegen die Islamisten unterstützt.

Solch eine Liste kann man im Laufe eines  Jahres endlos führen, denn es “passiert” eigentlich fast jeden Tag eine ähnliche Katastrophe oder Bluttat in unserer Gesellschaft.

Vor über 2000 Jahren wurde Jesus Christus verraten und ans Kreuz geschlagen. Zusammen mit Dieben und Mördern. Der Karfreitag steht für einen Tag des Trauerns um Jesus Christus, seine Leiden und seinen Tod. Es ist der höchste Feiertag der Christen,  und etwas Respekt gegenüber den Gläubigen in unserem Land sollte nicht schaden.

Auch wenn nicht jeder gläubig ist so kann man an einem Tag des Jahres innehalten und auf das Feiern und Tanzen verzichten. Für einen Tag in unserer von Feierbiestern geprägten Welt. Wir Deutschen sind doch eigentlich ein Volk des Jammerns, der Lichterketten und der “German Angst”. Da können wir den gläubigen Christen doch den einen Tag Ruhe gönnen zum Luft holen und zum regenerieren. .

Es ist kein Wunder, dass Muslime den Respekt vor uns westlichen Christen verlieren, wir verleugnen den Glauben an unsere Religion und deren Geschichte. Fragt doch einmal auf der Straße weshalb der Karfreitag als Feiertag begangen wird. Keine 30 Prozent der Befragten wüssten ein Antwort. Sie könnten uns wahrscheinlich jede im Handel befindliche App erklären oder das neueste Touch Screen. Aber Karfreitag, was ist das?

Seien wir bitte respektvoll und rücksichtsvoll und gönnen uns einen Tag der Erholung vor uns selbst und unseren Gewohnheiten. Es sollte bestimmt nicht unser Schaden sein.

 

Respekt gegenüber den Gläubigen

Stadtrat Uwe Becker, © Stadt Frankfurt am Main

Kirchendezernent Becker unterstreicht seine Position, an der Karfreitagsruhe festzuhalten

(pia) Der Frankfurter Kirchendezernent Uwe Becker unterstreicht seine Position, an der Karfreitagsruhe festzuhalten. Er bittet die Bürger, ihren gläubigen Mitmenschen mit Respekt zu begegnen und sich an die gesetzliche Regelung zur Karfreitagsruhe zu halten. Im Christentum zählt der Karfreitag im Zusammenhang mit Ostern zu den höchsten Feiertagen. Becker betont seine Position gerade auch vor dem Hintergrund der immer wieder aufkommenden Forderung nach einer Lockerung des Tanzverbotes an Karfreitag. „Auch wer selbst nicht einer Religion angehört, sollte gegenüber den Gefühlen anderer Respekt aufbringen“, erklärte der Kirchendezernent.

„Unser christlich-jüdisch geprägtes Werteverständnis stellt das Fundament unserer abendländischen Gesellschaft in Deutschland dar und hierzu zählen klar auch die christlichen Traditionen. Der Karfreitag ist als christlicher Feiertag dem Gedenken an das Leiden und die Kreuzigung Jesu Christi gewidmet. Dies verträgt sich nicht mit lautem und ausgelassenem Feiern“, so Becker. Nach dem Hessischen Feiertagsgesetz sind von Gründonnerstag um 4 Uhr an bis Karsamstag um Mitternacht öffentliche Tanzveranstaltungen verboten, an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 4 Uhr bis 12 Uhr.

„Die christlichen Feiertage sind in unserer Kultur fest verankert. Wir können nicht bei jeder Gelegenheit diese Ankerpunkte unserer Gesellschaft lösen und uns anschließend wundern und beklagen, wenn unser Wertegerüst Schaden nimmt. Insbesondere der Karfreitag ist für gläubige Christen ein besonders hoher Feiertag, durch Tanzveranstaltungen können diese in ihrer Glaubensausübung gestört werden. An einigen wenigen Tagen im Jahr auf lautes Feiern zu verzichten stellt keine besondere Einschränkung dar. Es ist vielmehr eine schöne Geste, die von Respekt gegenüber den Mitmenschen zeugt und das friedliche Zusammenleben in unserer Stadt fördert“, führte Becker weiter aus.

„Im Rückblick war auch die Abschaffung des Buß- und Bettages als gesetzlicher Feiertag ein Fehler, da in der Abwägung zwischen einem vermeintlich spürbaren Beitrag zur Wirtschaftsleistung unseres Landes und dem Umgang mit christlichen Traditionen die Priorität leider zu Ungunsten unserer kulturellen Identität gesetzt wurde. Wenn wir an vielen Stellen über die Wichtigkeit von nachhaltigem Handeln, von Werten und Verantwortung sprechen, gehört die Verantwortung für den Erhalt unseres Wertefundamentes ebenso dazu. Es kann nicht darum gehen, dem Zeitgeist nachzulaufen, sondern es sollte darum gehen, der Zeit Geist zu geben“, sagte der Kirchendezernent. „Ich wünsche allen Bürgern ein frohes Osterfest und geruhsame Feiertage“, so Becker abschließend.

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