Gänseflüchtlinge aus Holland bevölkern Frankfurter Wiesen -Alopochen aegyptiacus

Frankfurter Nilgans - frech  und putzig

Frankfurter Nilgans – frech und putzig

Man kann sie überall auf Frankfurter Wiesen sehen. Im Ostpark, entlang des Mains, der Nidda und so weiter. Natürlich nicht nur in Frankfurt sondern in ganz Deutschland und den Nachbarländern.

Ursprünglich stammt die Gans aus Ägypten und hat auch heute noch dort eine große Verbreitung. Man findet sie sogar in Kenya wo sie sich sehr gut mit den einheimischen Vögeln verträgt. Das ist auch in Frankfurt nicht anders. Die Nilgans unterscheidet sich zwar in der Federfarbe und im Geschrei von einheimischen Gänsen und Enten, außerdem hat sie in der Regel einen roten Schnabel. Aber sie lebt in Frieden mit dem lokalen Geflügel. Lediglich in der Brutzeit verhält sich die Gans aggressiver als ihre Artgenossen. Sie verteidigt ihre Brut mit Schnabelzwicken und  viel Geschrei. Aber die Gänse in unserer Stadt kommen nicht direkt aus Ägypten wie manche denken, im Sommer in Frankfurt geblieben, nein, sie stammen aus holländischen Zierpopulationen und sind den Käsköppen ausgebüchst und haben sich hier heimisch gemacht.

Nilgansfamilie in Frankfurt

Nilgansfamilie in einem Frankfurter Park

Die Brut dauert in der Regel 30 Tage und die lieblichen Küken wiegen ca. 54 Gramm bei der Geburt. Zur Lieblingsspeise der Nilgänse gehört Getreide aber auch Gras und im Winter machen sich ganze Herden über Mieten auf den Feldern her. Der manchmal sehr strenge Winter in Deutschland tut der Nilgans Population keinen Schaden an. Mittlerweile sind die Bestände an Nilgänsen sehr groß und die Kommunen, so auch in Frankfurt versuchen Mittel und Wege zu finden die Anzahl der Gänse zu reduzieren. Es ist eher schwierig da die Gänse in Frankfurt keine natürlichen Feinde haben, außer dem Kochtopf. Schießen ist in den Städten nicht erlaubt und man weiß nicht mehr wie man sich helfen soll.

Eine Idee war die Eier aus den Nestern zu stehlen um dadurch die Population kleiner zu halten. Das ist aber nicht umsetzbar da zu teuer. Die Nilgänse sind recht schlau um dem Eierdieb voraus zu sein,  die Eier werden in Nestern auf Bäumen in Astgabeln gelegt, und in Büschen versteckt. Um da heran zu kommen bedarf es großer Anstrengungen und das ist zeitaufwendig und damit zu teuer.

Jetzt plant die Stadt sich mit anderen betroffenen Kommunen auszutauschen. Vielleicht hat dort ja jemand eine gute Idee. Man müßte ja nicht unbedingt etwas gegen die Gesellen haben, aber erstens gehören diese Tiere für manche Menschen nicht hierher, und zweitens koten  sie auf Frankfurter Wiesen und Wege. Das ist zwar ein Argument für die Liegewiesen – und Sonnenanbeter, aber für die Mehrheit der Menschen in Frankfurt sind die Vögel eine Bereicherung im tristen Beton und Backsteinparadies. Wie wäre es wenn Kleingartenbesitzer die Hinterlassenschaften einsammeln und als Naturdünger verwenden? Taubenkot zum Beispiel läßt jedes Gewächs richtig wachsen und gedeihen. Auf jeden Fall gesünder für jeden Garten als Kunstdünger und Chemie.

Wenn es gelingt die Population einigermaßen im Griff zu haben dann laßt sie doch hier.

Nilgansküken - 1 Tag alt

Nilgansküken – 1 Tag alt

In den 50er und 60 Jahren des letzten Jahrhunderts rief die Stadt und die Zooverwaltung Frankfurter Schüler dazu auf Kastanien zu sammeln, als notwendiges und knappes Futter für verschiedene Zootiere.

Kann man nicht darüber nachdenken Schüler in Eier – Sammelaktionen einzubinden? Natürlich mit den Lehrern und unter deren Aufsicht. Natürlich sollte eine kleine Prämie bezahlt werden, aber nur für unbeschädigte Eier.

Es gab Zeiten, da hat man in den USA eine Prämie für Waschbärenfelle bezahlt, das war auch als Unterstützung für Arbeitslose gedacht, nicht nur der Anzahlt der putzigen Kleinbären. So weit muß man nicht gehen. Das Eiereinsammeln sollte schon reichen.

Wenn nicht, dann laßt sie einfach in Ruhe. Es gibt genügend Menschen die sich an den Tieren erfreuen. Ich gehöre auch dazu.

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