Hinrichtungsstätte “Alte Brücke” Frankfurt

Brickegickel Alte_Brücke

Der Rat der Stadt Frankfurt war schon immer erfinderisch. In diesem Beispiel kann man nachlesen wie die Stadt sich ohne Kosten von Selbstmördern oder Hinrichtungskandidaten trennte. Einfach im Main entsorgen. Das ginge heute im Zeichen des allumfassenden Umweltschutzes natürlich nicht mehr.

Im Mittelalter wurden viele Hinrichtungen durch Ertränken vollzogen. Der gefesselte oder in ein Fass gesperrte Delinquent wurde vom Kreuzbogen der alten Mainbrücke, dem Standort des Brickegickels, in den Main gestoßen. Hier war das Wasser am tiefsten und die Strömung am stärksten. Man erhoffte sich davon, dass der Körper erst außerhalb des Stadtgebiets wieder an Land gespült würde und der Rat sich deshalb nicht weiter darum kümmern müsste.

Auch die Leichen von Selbstmördern wurden an dieser Stelle in den Main geworfen.

Die Bedeutung des Ertränkens als Hinrichtungsmethode ging ab dem 16. Jahrhundert zurück, die letzte Hinrichtung durch Ertränken fand 1613 statt.

Das war natürlich bequem für den Rat, sollten doch die Gemeinden außerhalb der Stadtgrenzen das Problem beseitigen.

Ein Schelm der eventuelle Ähnlichkeiten bei der Entsorgung von Sondermüll sieht.  Oder bei anderen Beispielen, so zum Beispiel die Aufarbeitung der NS Verbrechen, die innerhalb der Stadtgrenzen geschahen.

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