Börse Frankfurt – Tag 1 nach der FED – Entscheidung

 

 

Es ist Bärenzeit aber die Bullen stehen vor der Tür.

Es ist Bärenzeit aber die Bullen stehen vor der Tür.

FED LÄSST LEITZINS AUF HISTORISCHEM TIEF

Zur Überraschung so mancher Marktteilnehmer hatte die US-Notenbank die Leitzinsen zwischen 0 und 0,25 Prozent belassen. Entsprechend schwächelte der US-Dollar und trieb den Euro zuletzt auf 1,1448 Dollar. Ein stärkerer Euro wiederum belastet exportorientierte Firmen, was den europäischen Aktienmarkt zusätzlich belastete.

Wichtig für diesen Tag ist zudem, dass an den Terminbörsen Futures und Optionen auf Aktien und Indizes auslaufen, was sich oft in vermeintlich grundlosen und zum Teil heftigeren Schwankungen am Aktienmarkt auswirkt. Es wird vom “Hexensabbat” oder auch vom “großen Verfall” gesprochen. Losgehen könnte es um 13.00 Uhr, denn dann verfallen die Optionen und Futures auf den Dax und den TecDax und fünf Minuten später die auf den MDax. Die Optionen und Futures auf einzelne Aktien laufen dagegen erst um Handelsschluss ab 17.30 Uhr aus.

AUTOWERTE LEIDEN

Unternehmensnachrichten waren dünn gesät. In den Blick rückte vor allem die Hella-Aktie , die ab Montag im MDax vertreten sein wird. Der Autozulieferer strich nach dem Ausfall eines chinesischen Lieferanten seine Gewinnziele kräftig zusammen. Alles in allem stellt sich Hella für das Gesamtjahr auf Belastungen in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro ein, was die Aktie im SDax um rund 10 Prozent einbrechen ließ.

Autowerte gerieten wegen des stärkeren Euro und der wieder aufgekeimten Sorgen um die Entwicklung in China unter Druck. “Die Fed will den Dollar nicht weiter aufwerten lassen, dies wurde gestern deutlich”, sagte Marktexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. Autoexporteure leiden unter einem starken Euro, da die Produkte dann für ausländische Käufer teurer erscheinen. Zugleich bleibe die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in China. Die Gewinnwarnung des Autozulieferers Hella sei hier das jüngste Beispiel.

Die Aktie von Daimler büßte zuletzt 4,09 Prozent ein und die von BMW folgte mit minus 3,48 Prozent. Die Vorzüge von Volkswagen verbilligten sich um 2,62 Prozent.

RWE ERNEUT AM DAX-ENDE

Erneut am Dax-Ende fanden sich die Papiere von RWE wieder, wo sie um 4,94 Prozent auf 11,26 Euro fielen. Erst am Dienstag hatten sie bei 10,18 Euro den bislang tiefsten Stand in ihrer Börsengeschichte erreicht. Aktuell tagt der Aufsichtsrat des angeschlagenen Energieriesen. Auf der Agenda stehen Wege zur Sanierung, nachdem die Gewinne weggebrochen sind. Zudem soll ein neuer Aufsichtsratschef nominiert werden. Als Kandidaten genannt werden Ex-Bundeswirtschaftsminister Werner Müller und der frühere SAP-Finanzchef Werner Brandt.

Ansonsten bewegten Analystenkommentare: So empfiehlt die britische Großbank HSBC nun die Aktie des Sportartikelherstellers Adidas zum Kauf und hob dabei die konzerneigenen “stärker als erwarteten Wachstumsaussichten” in diesem und dem kommenden Jahr hervor. Das Papier legte an der Dax-Spitze um 2,29 Prozent zu.

Die Siemens-Papiere wurden von Goldman-Sachs-Analystin Daniela Costa auf “Neutral” abgestuft und gaben um 2,27 Prozent nach. Der Kursverfall im Investitionsgütersektor dürfte sich laut Costa fortsetzen, da die Ausgaben der Industriekunden für längerfristige Anlagegüter im kommenden Jahr erstmals seit 2009 wieder sinken dürften und bis 2020 keine Trendwende in Sicht sei./ck/das

— Von Claudia Müller, dpa-AFX —

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