Börse am Montag – VW schockt die Anleger immer noch

Um 12.03 fast 1.5 Prozent im Minus. Wo bleibt die Herbstinitiative?

VW-Affäre belastet Dax weiterhin

28.09.2015 10:14

FRANKFURT (dpa-AFX) – Der immer noch schwelende Volkswagen-Skandal sowie schwache Vorgaben der Börsen in Übersee haben dem deutschen Aktienmarkt zum Wochenauftakt Kursverluste eingebrockt. Die Autokonzerne VW, Daimler und BMW sowie der Zulieferer Continental bildeten am Montag die Schlusslichter im Dax mit minus 4 bis minus 2 Prozent.

Der deutsche Leitindex sank im frühen Handel um weitere 0,67 Prozent auf 9623,50 Punkte, nachdem er in der Vorwoche trotz einer deutlichen Erholung am Freitag bereits 2,3 Prozent verloren hatte. Am Morgen hatte auch die Börse in Japan im Minus geschlossen.

Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,52 Prozent auf 19 200,85 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,59 Prozent auf 1728,30 Punkte ein. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,51 Prozent.

EXPERTEN GEBEN NOCH KEINE ENTWARNUNG

Investmentanalyst Berndt Fernow von der LBBW rechnet mit einer anhaltend hohen Nervosität der Marktteilnehmer, glaubt aber an eine Bodenbildung spätestens im Oktober. Auch Helaba-Analyst Ulrich Wortberg sieht aktuell noch keinen Anlass zur Entwarnung. Nach einer vorübergehenden Erholungsphase seien neue Rückschläge gut denkbar.

Zudem nahe das Quartalsende und damit die Zeit für das übliche “Window Dressing”, sagte ein Börsianer. Darunter versteht man am Aktienmarkt den Versuch von Fondsmanagern, das optische Erscheinungsbild ihres Fonds zu verbessern. Entweder sie erwerben deshalb kurz vor Quartals- oder Jahresende die Papiere, die in der abgelaufenen Periode besonders deutlich zugelegt haben. Oder sie verkaufen Titel, die weniger gut gelaufen sind. Mit diesen Manövern wollen die Manager den Eindruck erwecken, als hätten sie frühzeitig auf die richtigen Trends gesetzt.

VW-AKTIE ERNEUT AM DAX-ENDE

Die im Zuge des Abgas-Skandals eingebrochene Vorzugsaktie von Volkswagen rutschte am Montag um weitere 4 Prozent ab. In der Vorwoche war sie nach dem Manipulationsskandal zeitweise um gut 41 Prozent eingeknickt, bevor sie etwas gegensteuern konnte. Börsianer halten einen Einstieg angesichts der weiter negativen Nachrichtenlage trotz des optisch günstigen Niveaus immer noch für riskant. Sie verwiesen auf Medienberichte vom Wochenende, wonach VW schon vor Jahren Kenntnis vom Einsatz rechtswidriger Software bei Abgasuntersuchungen gehabt habe. Im VW-Sog trudelten auch die Papiere der anderen Autofirmen nach unten.

Bayer-Aktien reagierten hingegen kaum auf Berichte über ein geringes Investoreninteresse am Börsengang der Kunststofftochter Covestro. Nachfrage gebe es nur am unteren Ende der Spanne zwischen 26,50 und 35,50 Euro, hieß es. Covestro-Papiere können noch bis zum 1. Oktober gezeichnet werden. Covestro-Chef Frank Lutz hatte sich in einem Interview mit der “Euro am Sonntag” allerdings weiter zuversichtlich geäußert, dass der Börsengang ein Erfolg wird.

RHEINMETALL-AKTIEN VERLIEREN

Unter den Einzelwerten gehörten Rheinmetall-Aktien trotz eines Presseberichts über einen bevorstehenden Panzer-Auftrag mit minus 2 Prozent zu den schwächsten MDax-Aktien. Allerdings sind die Titel des Rüstungskonzerns und Autozulieferers mit einem Anstieg von fast 20 Prozent bester MDax-Wert im dritten Quartal. Wie der “Spiegel” in seiner neuen Ausgabe berichtet, will das Bundesverteidigungsministerium 84 Kampfpanzer des Typs “Leopard 2 A4” modernisieren und hat dafür rund 670 Millionen Euro eingeplant. Die Aufrüstung übernehmen laut dem Bericht Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann.

Unterdessen haben sich die Aktien von Dialog Semiconductor mit einem Plus von zuletzt 1,60 Prozent weiter stabilisiert, nachdem sie am vergangenen Montag in der Spitze um 26 Prozent eingebrochen waren. Börsianer hatten vor einer Woche auf die Nachricht der milliardenschweren Übernahme der US-Halbleiterfirma Atmel reagiert. Entsprechend positiv kam nun ein Bericht an, wonach das Unternehmen Cypress eine Gegenofferte für Atmel vorbereite. “Es mehren sich nun die Hoffnungen, dass Dialog Abstand von seinen Plänen mit Atmel nimmt”, sagte ein Börsianer./edh/das

 

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