“German Angst” bei Journalisten in Deutschland

AK 47 Kalashnikov - Mörderwaffe

AK 47 Kalashnikov – Mörderwaffe

 

Die schlimmen Ereignisse in Paris vom vergangenen Freitag lösten natürlich eine breite Berichterstattung im Fernsehen, bei allen Sendern aus. Da ein mögliches Ziel der Terroristen das Stadion war,  in welchem Frankreich gegen die deutsche Fußballnationalmannschaft spielte, ist auch fast jede Sportsendung berufen sich auf die Ereignisse von Paris zu beziehen.

Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden wenn sich die verschiedenen Magazine und Programme auf die Berichterstattung und politische Bewertung beschränken würden. Aber, und das kann man immer wieder beobachten, man befragt auch Kollegen die mehr oder minder zufällig oder dienstlich am Ort des Geschehens oder nahebei waren. Bevor die Ereignisse selbst besprochen werden, wird der arme Journalistenkollege nach seinem eigenen Befinden, seiner Gesundheit und seinem Gemütszustand befragt. Ob ihm etwas geschehen sei, ob er noch gut schläft, fast fragt man ihn nach seinem “Stuhlgang” nach dem Ereignis, ob er wieder dorthin reisen würde oder ob er nochmals ein Fußballspiel dort kommentieren würde.

Welcher Zuschauer möchte das wirklich wissen? Daß Journalisten keinen ungefährlichen Beruf haben ist wohl hinreichend bekannt. Daß auch Journalisten in Kriegsgebieten sterben können ebenfalls. Das wissen die Journalisten aber auch, und, sie werden entsprechend entlohnt. Nicht nur mit Lohn oder Gehalt, sondern auch mit Ruhm und Auszeichnungen.

Daß sich allerdings Millionen von Zuschauern ansehen müssen, wie sich Moderatoren und Journalisten gegenseitig bedauern und bejammern ist schon mehr als überflüssig, ja fast schon pervers und peinlich, im Angesicht von Toten und Verletzen Bürgern, von Leid, Schmerz und Folgen für ein ganzes Land oder Bevölkerungsschichten.

Ich erinnere mich noch sehr gut wie ein junger deutscher Journalist, bei RTL,  in Israel vor der Kamera stand und den Beschuß durch Scud Raketen von Saddam Hussein kommentierte, besser gesagt mit weinerlicher Stimme diesen Versuch unternahm. Den Namen möchte ich hier nicht nennen aber vielen Zuschauern dürfte er geläufig sein. Dieser Journalist trat an diesem Wochenende, gefestigter,  in Paris für einen anderen Sender vor die Kamera und ich mußte lachen als ich seine Angst in sein Gesicht geschrieben sah.

Bitte nicht falsch verstehen. Journalisten sind auch nur Menschen das ist hinreichend bekannt. Aber müssen diese Schönwetter – Berichterstatter solche ernsthafte Vorfälle kommentieren? Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Scholl Latour oder ein Ulrich Wickert sich dermaßen vor der Kamera gehen ließen.

Heute hörte ich dem Interview mit einem Sportreporter zu,  der im ZDF Morgenmagazin zu den möglichen Szenarien im Pariser Stadion befragt wurde. Er meinte er würde zwar wieder ein Fußballspiel kommentieren aber nicht mehr in Paris. Was soll das?

Das Fernsehen ist doch kein Selbstzweck sondern soll einerseits berichten und andererseits unterhalten. Wenngleich sich Blödelprogramme  auf fast allen Kanälen als offensichtliche Renner etabliert haben, kann man von einem Berichterstatter doch erwarten, daß er seinen Job macht und sich dann zu Hause ausweint und nicht vor der Kamera. Oder professionelle Hilfe in Anspruch nimmt oder sich einen anderen Job sucht.

Geschäftsleute aller Länder sind ständig unterwegs, kommen oftmals in kritische Situationen und auch hin und wieder in lebensbedrohliche. Ihren Job üben Sie trotzdem aus und weinen sich nicht vor Kameras aus sondern höchstens an einer Bar im Gespräch mit einem Leidgenossen.

Meine Gedanken sind bei den Opfern von Paris, den betroffenen Familien und Freunden, bei allen Franzosen und ich hoffe, daß möglichst viele der schwer verwundeten Opfern wieder gesund werden und wieder am Leben teilnehmen können. Ein Leben in Freiheit und wie sie sich das persönlich erhoffen und erträumen. Nicht wie eine Horde von Terroristen und Mördern uns allen umerziehen will. Umerziehen für ein Leben im Mittelalter und in einem Kalifat islamistischer Prägung.

Je suis Paris, Je suis Frankfurt, Je suis liberty!

 

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