Baubeginn für das Romantik Museum

Geplantes Romantik Museum im Großen Hirschgraben.

Geplantes Romantik Museum im Großen Hirschgraben.

Der Abriß der Gebäude, dort wo das Romantik Museum zukünftig stehen soll, direkt neben dem Goethehaus, hat bereits begonnen. Fertig sein soll das neue Schmuckstück unter den Frankfurter Museumsperlen dann im Frühjahr 2018.

Das Deutsche Romantik-Museum entsteht in Im Großen Hirschgraben. Damit soll die umfangreiche Sammlung von Handschriften, Briefen und Gemälden der deutschen Romantik, die das Freie Deutsche Hochstift seit 1911 zusammengetragen hat, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Museum ist Teil des Gebäudekomplexes Goethehöfe, der neben dem Goethe-Haus auf dem Grundstück im Großen Hirschgraben 17-21 errichtet wird, wo bis 2012 der Börsenverein des deutschen Buchhandels seinen Sitz hatte. Die Eröffnung ist für 2018 vorgesehen.

Geschichte

Erste Vorschläge für ein Romantik-Museum stammten von Ernst Beutler, dem langjährigen Leiter des Hochstiftes und Begründer der Sammlung. Das für die Ausstellung vorgesehene Gebäude, das Stammhaus der Familie Brentano in der Großen Sandgasse, fiel jedoch den Luftangriffen auf Frankfurt am Main im Zweiten Weltkrieg zum Opfer.

Mit dem Auszug des Börsenvereins ergab sich die Möglichkeit, das freiwerdende Grundstück Großer Hirschgraben 17-21 für das Romantik-Museum zu nutzen. Das Goethe-Museum im Goethe-Haus soll in das neue Museum integriert werden.

Anfang 2013 drohte das Projekt zu scheitern, da die Stadt Frankfurt die geplanten Zuschüsse im Zuge von Haushaltseinsparungen gestrichen hatte. Das Projekt erfordert Finanzmittel von 16 Millionen Euro, von denen acht Millionen durch Zuschüsse des Landes Hessen und der Bundesrepublik Deutschland gesichert sind. Acht Millionen muß das Hochstift selbst finanzieren. Durch eine Spendeninitiative wurden bis Februar 2014 die erforderlichen Mittel eingeworben, so daß die Finanzierung gesichert ist.

Zu dem im Oktober 2013 ausgeschriebenen Architektenwettbewerb unter dem Namen Goethehöfe waren 15 Büros eingeladen. Die Jury vergab im Juni 2014 drei zweite Preise und forderte die Preisträger auf, ihre Entwürfe innerhalb von zwei Monaten bis zur endgültigen Entscheidung nachzubessern. Da die Zuschüsse des Bundes an eine rasche Realisierung der Planung gebunden waren, verzichtete die Jury auf eine Neuausschreibung des Wettbewerbs.

Am 24. September entschied die Jury sich einstimmig für eine Kombination zweier Entwürfe als Planungsgemeinschaft: den städtebaulichen Entwurf des Ensembles “Goethehöfe – Deutsches Romantik-Museum” des Büros Landes & Partner, das auch die Goethehöfe, die Wohnungen und die Integration des Cantate-Saals realisieren wird, und den Museumsneubau des Büros Christoph Mäckler. Die beiden Büros bilden eine Planungsgemeinschaft.

Die Finanzierung des 16 Millionen Euro teuren Neubaus ist durch Zuschüsse des Bundes und des Landes Hessen gesichert. Nach einer geplanten Bauzeit von zwei Jahren soll das Museum im Laufe des Jahres 2018 eröffnet werden.
Goethehöfe

Im Rahmen des Neubaus werden auf dem nahezu quadratischen Grundstück von etwa 50 Metern Kantenlänge rund 3000 Quadratmeter Wohnfläche um einen Innenhof entstehen. Teil des Projektes ist die denkmalgerechte Restaurierung des Cantate-Saals. Er war 1953–1957 nach Plänen von Wilhelm Massing zusammen mit dem Sitz des Börsenvereins des deutschen Buchhandels errichtet worden. Bei den Buchhändlern gab es den Brauch, alljährlich am Sonntag Cantate, dem 4. Sonntag nach Ostern, zur Abrechnung zu gehen. In Erinnerung an diese Tradition wurde der Saal Cantate-Saal genannt. In den 1950er und 1960er Jahren fanden hier Veranstaltungen mit Autoren wie Paul Celan, Theodor W. Adorno oder Samuel Beckett statt. Anfang der 1970er Jahre bezog das Programmkino „Lupe 2“ den Saal. Von 1975 bis zur Schließung 2013 spielte hier das Volkstheater Frankfurt, seitdem die von Michael Quast gegründete Fliegende Volksbühne Frankfurt, die nach Abschluß der Bauarbeiten hier eine dauerhafte Spielstätte erhalten soll.

Der Neubau des Historischen Museums ist schon weit fortgeschritten und der Rohbau soll noch in diesem Jahr fertig werden. Die Eröffnung ist dann für 2017 geplant.

Das Jüdische Museum ist bereits im Bau und soll wohl im Sommer 2018 eröffnet werden. Der Spatenstich erfolgte bereits im Dezember 2015 mit vielen Prominenten Frankfurtern.

Vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 zählte die Jüdische Gemeinde in Frankfurt mehr als 30 000 Mitglieder. Mit rund sechs Prozent war der jüdische Bevölkerungsanteil der höchste unter den deutschen Großstädten. Unternehmer wie Leopold Sonnemann, Wissenschaftler wie der Mediziner Paul Ehrlich, der Physiker Max Born, die Philosophen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer prägten das Geistesleben.

Bereits 1988 schuf Frankfurt ein Jüdisches Museum – es war das erste nach dem Holocaust im Nachkriegsdeutschland. Doch das frühere Wohnhaus der Rothschilds hat sich für Ausstellungen, von denen einige auch bundesweit für Furore sorgten, als nur bedingt geeignet erwiesen. Das soll sich in dem im zeitgenössischen Stil errichteten Neubau ändern, der auch den Familien Rothschild und Frank spezielle Räume widmet.

Bis zum Jahr 2018 wird am Mainufer das derzeitige Museum im Rothschild-Palais saniert und erhält einen vom renommierten Berliner Architektenbüro Staab entworfenen Anbau. Zugleich wird das Museum Judengasse am Börneplatz neu ausgestattet. Auf rund 50 Millionen Euro ist das Projekt veranschlagt.

„Es gibt keine Stadt, die so durch jüdische Geschichte und jüdische Bürger geprägt ist wie Frankfurt“, betonte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), selbst jüdischer Herkunft. Der letzte jüdische Oberbürgermeister Frankfurts war Ludwig Landmann, der 1933 sein Amt aufgeben mußte.
12 000 Juden ermordet

Feldmann erinnerte beim Spatenstich daran, daß der Erfolg der Nationalsozialisten in Frankfurt nicht geringer war als in anderen deutschen Städten. 12 000 Frankfurter Juden seien verschleppt und ermordet worden. Dennoch sei nun wieder eine bedeutende jüdische Gemeinde entstanden. Sie zählt rund 7000 Mitglieder. Seit Bestehen des Jüdischen Museums haben laut Feldmann 150 Ausstellungen stattgefunden, mit denen „zentrale Debatten angestoßen worden“ seien.

„Das Palais war das Wohnhaus der Familie Rothschild, die Weltgeschichte geschrieben hat“, erklärte Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU). „Aber es ist ein Wohnhaus, und wenn es auch noch so groß ist, ist es nicht geeignet für ein Museum“, begründete der Kulturdezernent die Notwendigkeit des Um- und Neubaus. Das Museum sei „ein Gegengift gegen das Vergessen“, verstehe sich aber nicht als Holocaust-Museum.
Nachlaß der Franks

Auch der amtierende Museumsdirektor Raphael Groß wies auf die „viel zu engen Räume“ hin und die problematischen klimatischen Bedingungen des Altbaus. Diese seien problematisch für fragile Exponate wie den Nachlaß des Baseler Zweigs der Familie Frank, der Anne Frank entstammte.

„Wir erweitern das Tor zur Identität unserer Stadt“, sagte Kämmerer Uwe Becker. Frankfurt verdanke den jüdischen Familien viel. Der Nationalsozialismus sei nicht hereingebrochen, sondern er sei an den Mitbürgern und Nachbarn verbrochen worden.

Unsere Stadt, die Metropole Frankfurt am Main, wird damit um einige kulturelle Higlights wachsen. Museumsbesuche in unserer Stadt gehören zum absoluten Muß jedes Besuchers.

 

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