Berliner Luft in kleinen “Dosen” – Hertha vs. SGE 1:2

 

Berliner Luft in “kleinen Dosen”

Die Dosis an Brillianz, Können und Klasse war klein, auf beiden Seiten, und doch hat der Adler aus Frankfurt in Berlin gewonnen. Es war am gestrigen Sonntag gewiss keine überzeugende Leistung beider Mannschaften, die Eintracht taumelte in den ersten 20 Minuten durch das Berliner Olympia Stadion wie ein Boxer nach einem Leberhaken. Die vielgelobte Verteidigungskraft war nicht auszumachen, sie bettelte schon nach einer Minute durch Gacinovic um den Rückstand. Er spielte den Ball schlampig zurück, Ibisevic konnte den Fehlpass leicht aufnehmen und prüfte den Frankfurter Keeper der zum Glück für Gacinovic hielt.

Solch einen dummen Rückpass, und dann noch auf den Fuss des Gegners, darf ein Profi nicht spielen.

Davie Selke erzielte dann das 1:0 für die Berliner in der 15. Minute. Nichts zu halten für Hradecky.

In der 26. Minute gelang dann Marius Wolf ein toller Schuss unter die Latte und es stand 1:1. Die Berliner hatten sich wohl mit dem 1:0 zufrieden gegeben und sich in Ihre eigene Hälfte verkrümelt. Die Frankfurter wurden folgerichtig stärker und Wolf gelang der Ausgleich. Wolf spielt mit seinen 22 Jahren wie ein gereifter Profi und man kann sich auf seine weitere Entwicklungsschritte freuen. Da kommt noch mehr.

Die schon zitierte Berliner Luft belebte den bis dahin sehr blassen Boateng, den Fehlpassprinzen der Partie, er erzielte in der 80. Minute den Siegtreffer zum 2:1 Auswärtssieg der Eintracht. Auch ein wütendes Anrennen der Herthaner in den Letzten Minuten konnte nichts am Sieg der Frankfurter ändern.

Kevin Prince Boateng

Zweitstärkste Auswärtsmannschaft der Liga, nach Bayern München, das ist doch was. Was aber bedeutet das? Eigentlich nichts. Die Eintracht spielt eine im Ergebnis solide Saison, bis dato, hat einige Spiele glücklich gewonnen, andere unglücklich verloren. Aber, und das fällt gewaltig auf, sie schießt viel zu wenige Tore. 16 sind es bis gestern, die Bayern erzielten 34, wie Dortmund und die Mannschaften auf den Plätzen um die Eintracht alle über 20 Tore. Zwar hat man nur wenige Gegentore erhalten, die Abwehr vor Hradecky stand bisher tatsächlich massiv, wer die überwand hatte noch den starken Finnen zu besiegen, was nicht oft gelang.

Aber die Mannschaft leistet sich kontinuierlich Fehlpässe und Ballverluste in Serie, was letztlich zu der einen oder anderen Niederlage führte. Spieler wie Salcedo, Falette und andere sollten einmal überlegen wie sie dieses Manko abstellen können. Als Zuschauer ist man oftmals schier verzweifelt wenn der Ballbesitz nach kurzer Zeit hingegeben wird, auf dumme und unnötige Art und Weise. Gestern war das auch bei Boateng der Fall und in letzter Zeit auch oftmals bei Haller.

So gut das Trainerteam die Mannschaft auch gezimmert und aufgebaut hat, hier muß Abhilfe geschaffen werden sonst wird das nichts mit dem stabilen Platz im Mittelfeld der Tabelle. Wie hat denn Pep Guardiola seinen Spieler den Ballbesitz beigebracht. Ein wenig könnte man sich doch hier inspirieren lassen.

Wer Fussball spielt, professionell wohlgemerkt, der sollte wohl wissen, dass man nicht nur gegen den Ball tritt sondern ihn auch sicher zum Mitspieler bringen muss. Das klingt wie eine Binsenweisheit stimmt aber doch. Die Spieler sollten sich fragen ob sie überhaupt in eine Topliga gehören oder eher auf einen Bolzplatz. Fehler macht jeder und auch Top Fussballer  sind nicht dagegen gefeit. Aber etwas mehr Ernsthaftigkeit im Job täte gut und würde die Nerven der Fans und der Trainer schonen.

Ach ja, und ab und zu ein zusätzliches Tor erzielen, das käme gut und wäre hilfreich für den Tabellenplatz. Wäre die heutige Tabelle die letzte der Saison, hätte die Eintracht den so oft zitierten Europaplatz durch mangelhafte Torausbeute verschenkt.

Es wird Zeit dass der verletzte Chandler zurück kommt und vielleicht wäre auch Marco Russ eine alternative für die Verteidigung. Nach vorne fehlen Impulse die vielleicht von Marco Fabian gezündet werden können.

Immerhin, Frankfurt steht vor dem Treffen mit dem Liga Primus auf dem achten Platz und kann mit großer Gelassenheit in die Partie am kommenden Wochenende gehen. Die Bayern sind momentan auch nicht riesig drauf,  und mit einer guten Taktik und etwas mehr Disziplin ist bestimmt was drin gegen den Narziß aus München. Klar, wenn man gewinnen will muß man auch Tore schiessen. Aber das können sie ja, wenn sie ihre Mitspieler von ihren Gegnern unterscheiden können.

Schluss mit Meckern, wir haben uns riesig über den Sieg gefreut, die erste Adventskerze angezündet und fiebern jetzt der Partie gegen Bayern entgegen. Dankbar für den gestrigen Sieg, dankbar für die Torschützen und dankbar für die Trainer. Dankbar für den achten Platz und dankbar dass die Eintracht im oberen Mittelfeld steht und nicht kurz vor der Hölle. Und auch dankbar dafür dass viele gute Spieler zur Eintracht kamen und sich wohlfühlen im Team um Niko Kovac im Adlerhorst im Frankfurter Stadtwald.

Zieht den Bayern die Unterhosen aus, dann wird es ihnen kalt in den Krachledernen. Und dann hinten zumachen und vorne zuschlagen. Klingt gut, auch machbar?

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