Horror in der Festhalle Frankfurt am 9. November 1938

Brennende Synagoge

Reichsprogromnacht 1938 – Schauplatz: Frankfurt am Main

Auch 80 Jahre nach den schrecklichen Progromen gegen Juden sind diese Grausamkeiten in Deutschland nicht in Vergessenheit geraten. Gerade jetzt, 2018, zur Zeit scheint sich die Welt schon wieder mit rechtsradikalen Führern, Zielen und antisemitischen zu schmücken. Das schreckliche Gesicht des rechtsradikalen Mobs zeigt sich quer durch Europa, Asien, Brasilien und auch in den USA. Rechte Parolen hört man in Deutschland, Österreich und sonstwo. Gerade hier in Deutschland müssen wir aufpassen, daß sich rechtes Gedankengut nicht in weiten   Bevölkerungsschichten breitmacht. Auch in Frankfurt brannten Synagogen und wurden jüdische Mitbürger, für alle anderen Mitbürger sichtbar, kaserniert und verschleppt und grausam getötet.

Am 9. November 2018 jährt sich zum 80. Mal die Reichspogromnacht von 1938. Damals brannten in Deutschland 1.400 Synagogen, Gebetsräume und weitere jüdische Versammlungsstätten. Mehrere tausend Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört oder geschändet. Mehr als 400 Juden wurden ermordet oder in den Suizid getrieben. In den folgenden Tagen wurden 30.000 Juden in Konzentrationslager verschleppt. Hunderte verloren dort in kurzer Zeit ihr Leben. Dieses Novemberpogrom war der von den deutschen Nationalsozialisten verordnete und lückenlos geplante Übergang von der Diskriminierung und Ausgrenzung zur systematischen Verfolgung und Vernichtung der Juden. Es handelte sich nicht, wie von den Nazis verbreitet, um einen Volksaufstand, sondern um Staatsterror, der zur Shoa und zur Ermordung von sechs Millionen Juden führte.

An den darauffolgenden Tagen wurden mehr als dreitausend männliche Juden verhaftet und in der Festhalle festgesetzt. Es herrschten Unsicherheit, Angst und Panik. Die Festhalle bebte unter den Angstschreien der Zusammengesperrten. Daraufhin befahl der Gauleiter der NSDAP, Jakob Sprenger, dem verhafteten Bass-Opernsänger Hans Erl, aus Mozarts Zauberflöte die Arie „In diesen heiligen Hallen“ vorzutragen. Es wurde still. Hans Erl wurde entlassen. Später, im Juni 1942, wurde er mit seiner Ehefrau Sofie Erl vermutlich im KZ Majdanek oder im Vernichtungslager Sobibor ermordet.

Dieser Beitrag wurde unter Blick, Bürger veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.