Hexenverfolgung in Frankfurt – Im Mittelalter

Teeren und Federn im Mittelalter



Erste vereinzelte Verurteilungen von Hexen gab es im 13. Jahrhundert mit dem Aufkommen der Inquisition wobei jedoch die Zielsetzung der Inquisition zu beachten ist: Zielten die in der Frühen Neuzeit dominierenden Hexenprozesse weltlicher Gerichte auf die Bestrafung vermeintlich Schuldiger ab, strebte die Inquisition die Umkehr und Rekonziliation der Beschuldigten an, was sich in der weniger häufigen Anwendung der Todesstrafe ausdrückte. Darüber hinaus war das Hauptaugenmerk der Inquisition nicht auf Hexen, sondern auf Häretiker gerichtet. Diese Priorität wird deutlich in der Anweisung Papst Alexander IV, vom 20. Januar 1260 an die Inquisitoren, Hexen seien nicht aktiv zu verfolgen, sondern auf Anzeigen hin festzunehmen. Prozesse gegen Hexen sollten bei Zeitmangel zurückgestellt werden, die Bekämpfung von Häresien habe Vorrang. Die staatliche spanische Inquisition, gegründet im späten 15. Jahrhundert, lehnte Hexenverfolgung ausdrücklich ab. Auch die im 16. Jahrhundert folgende römische Inquisition schritt wiederholt gegen Hexenverfolgungen ein.

Natürlich gab es auch in Frankfurt Hexenverfolgungen, Folter und Todesstrafen.

1585 Hausfrau Gertraud Becker. Sie wird von Nachbarn beschuldigt, vom Rat verhört und
“mit Wehe” befragt. Die in Frankfurt übliche Folter ist das Aufziehen. Sie lässt sich kein
falsches Geständnis abpressen. Der Rat der Stadt holt das Gutachten eines Geistlichen, eines
Prädikanten ein. Der empfiehlt Freilassung. Nach einmonatiger Haft kommt Gertraud Becker
aus dem Gefängnis und wird für immer aus Frankfurt verbannt, aber wenigstens nicht verbrannt.

 

Hexenverbrennung

In Frankfurt gab es bis Anfang des 19. Jahrhunderts mehrere Hinrichtungsstätten, von denen die Bekanntesten wohl der Rabenstein in der Nähe des Hauptbahnhofs oder die Alte Mainbrücke gewesen sind, auf der man Unruhestiftern die Hand abschlug oder Hinrichtungen durch Ertränken vollzog. Die Stadt beschäftigte zu seiner besten Zeit einen Mann, der alleine dafür zuständig war, die fünf Richtschwerter scharf zu halten und diese zu pflegen. Das Mittelalter wird immer als das dunkle Zeitalter beschrieben, nicht ganz zu Unrecht, wenn man bedenkt, welche drakonischen Strafen für die kleinsten Vergehen verhängt wurden. Das Rechtssystem des Mittelalters kannte verschiedene Strafe, wie das Abhauen von Extremitäten, das Zurschaustellen am Pranger oder auch die Hinrichtung. Dies alles diente der Abschreckung und sollte die Bürger davor warnen, Verbrechen zu begehen.

Hexenverbrennung

Das Holz wurde vor den Augen der Bevölkerung entzündet. Im Mittelalter galt es als eine Art Unterhaltung, wenn jemand öffentlich gefoltert oder hingerichtet wurde.
Die Höhe des Holzstapels war nicht willkürlich. Sie war so angelegt, dass der Verurteilte so lange wie möglich schmerzhafte Qualen erlitt und trotzdem am leben blieb. Der Qualm reichte nicht aus, um eine Bewusstlosigkeit hervorzurufen oder dass man an dem Rauch erstickte. Es dauerte rund 20 Minuten bis sich der Körper tatsächlich entzündete. Von da an waren es nur noch Sekunden, bis der Tod eintraf.

Davor jedoch verspürte das Opfer unendliche Qualen. Während das Holz sich nach und nach entzündete und sich die Hitze ausbreitete, stieg die heiße Luft nach oben und entfachte einen Konvektionsstrom. Die Hitze steigt nach oben in Kopfhöhe, wo sie zu Luftbewegungen führt. Dem Opfer bläst also heiße Luft am ganzen Körper entlang, bis zum Gesicht, obwohl das Feuer noch nicht einmal bis zu den Knien reicht. Das sind unvorstellbare Schmerzen, denn die Temperaturen betragen inzwischen über 100 Grad. Das Opfer kocht quasi, bevor es schließlich verbrennt. Das Körperfett verbrennt nach und nach, die Haare verbrennen und das Opfer erleidet erste Brandwunden. Nach ca. 20 Minuten ist der gesamte Holzhaufen entzündet, die Temperaturen steigen auf über 250 Grad und das Opfer verbrennt schließlich und wird so von den minutenlangen Qualen erlöst.

Die Hexenverbrennung auf dem Scheiterhaufen war das meist angewandte Hinrichtungsverfahren im Mittelalter. Es ging schnell, war qualvoll, effektiv und man bot der Bevölkerung ein extremes Abschreckungsbeispiel und gleichzeitig ein großes Spektakel.

 

 

 

 

 

Hexenflug
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1 Antwort zu Hexenverfolgung in Frankfurt – Im Mittelalter

  1. Gert Linz sagt:

    klaus, bist ja ziemlich oberflächlich unter HEXENVERFOLGUNG IN FRANKFURT. Da kann jeder glauben, was du über Hexenverbrennung in Frankfurt erfährt und du nennst nur ein Beispiel. Da war die Urfehde die Bestrafung…In Frankfurt gab es keine Hexenverbennungen…

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