Vom Erzgebirge in die City – Das Märchen vom kleinen Adventskranz und einem Tannenbaum

 

Der kleine Kranz

Es war irgendwo im Erzgebirge, im tiefen Wald wo es sehr viele Tannen gab mit ihren großen Zapfen und vielen Zweigen. Dort wurden von den Menschen viele kleine und große Fichtenkränze hergestellt.

Adventskränze, hauptsächlich mit roten Kerzen und Schleifen, mit kleinen Holzbärchen und sonstigen Verzierungen die den kleinen Kranz festlich schmückten.

Männer und Frauen sammelten die Zweige und Zapfen ein und brachten diese in die Werkstatt. Dort wurden die Zweige zu einem schönen Kranz gebunden und dann verziert. Manche ganz einfach, manche auch recht prächtig.

Am Morgen war es recht kühl und ein kleiner Fichtenkranz wurde gerade von einem Arbeiter geformt und mit 4 roten Kerzen und roten Bändern geschmückt. Der kleine Kranz rieb sich die Augen als er sah wie schön er doch gelungen war. Bevor er allerdings noch vor lauter Stolz und Glück platzen konnte wurde er in einen großen Karton gelegt, zusammen mit anderen Kränzen die genauso wie er aussahen.

Im Karton war es recht eng und der kleine Adventskranz fürchtete sich ein wenig in der Dunkelheit und außerdem wurde er von den Nadeln der anderen Kränze arg gestochen. Er versuchte zu schlafen und wartete ab, was weiter geschah.

Schnell war der Karton gefüllt und wurde von dem Arbeiter verschlossen. Ein Etikett wurde aufgeklebt und verriet, daß die Adventskränze nach Frankfurt in Deutschland geschickt werden sollten. Ein Blumengeschäft in der City war das Ziel der vielen Kränze. Es rumpelte ganz arg als der Karton auf die Reise ging und unser kleiner Kranz hatte schon eine ganz Menge gebrochene Nadeln und das schmerzte gewaltig.

Endlich war der Karton in Frankfurt und wurde von der Blumenverkäuferin aufgemacht. Licht strömte in die Kiste und unser kleiner Adventskranz streckte sich ein wenig und rieb sich die Nadeln. Endlich wieder Luft und Licht, endlich kann ich allen zeigen wie hübsch ich bin, dachte der kleine Kranz und freute sich darauf bald zu strahlen und zu glänzen, und allen Menschen zu zeigen: Seht her, es ist bald Weihnachten, ich leuchte Euch an jedem Adventssonntag mit einer neuen Kerze. Bis es Weihnachten ist. Weihnachten, dann werde ich besonders strahlen und Euch sagen, “Weihnachten steht vor der Tür, das Christkind ist geboren und kommt Euch besuchen”.

Die Blumenfrau nahm den Kranz aus dem Karton und richtete ihn ein wenig her. Die Kerzen gerade gerückt, die Bänder schön gelegt und die Zweige und Nadeln gerichtet. Dann lag der Kranz auch schon im Schaufenster des Blumenladens, mittendrin zwischen vielen anderen Adventskränzen mit roten, weißen oder lila Kerzen und Bändern. Was für eine Pracht, was für eine Freude. Es roch frisch nach Tannen und Fichten und der Duft von Weihnachten lag überall im Laden und im Schaufenster.

Der kleine Kranz freute sich schon auf die Adventszeit und auf Weihnachten. Er hoffte, daß ein besonders netter Kunde sich für ihn interessieren würde und ihn mit nach Hause nahm. Bald war es soweit, eine blonde Frau, im dicken Wintermantel, deutete auf unseren kleinen Kranz und sagte: “Genauso hab ich mir den Kranz vorgestellt, so wie er aussah als ich noch klein war und mich auf Weihnachten freute”.

Der Kranz wurde eingepackt und wurde zu einem Auto getragen wo er auf dem Rücksitz landete. Hui wie schnell das Auto fuhr! Viele andere Autos, bunte Ampeln und viele Menschen die durch die Stadt liefen und einkauften was das Zeug hielt. Auch Adventskränze waren dabei. Schnell waren Sie bei der Frau zu Hause und ein kleiner Junge hüpfte vor Freude auf und ab. “Endlich ist unserer Adventskranz da, nun kann es Weihachten werden”. Er legte den kleinen Kranz auf eine großen Teller und stellt dann beides auf den Tisch. Genau in die Mitte. Dann wurden noch Nüsse und Weihnachtsplätzchen dazu gestellt und auch ein paar Äpfel durften nicht fehlen. Was für ein Duft. Der kleine Fichtenkranz fühle sich so richtig wohl auf dem Tisch und glänzte und strahlte. Nun konnte es bald Weihnachten werden. Das Zimmer duftete nach Zimt und Äpfeln. Am nächsten Tag war Sonntag und damit der erste Advent. Einer von vier Sonntagen vor Weihnachten. An jedem Sonntag wurde eine weitere Kerze angezündet, bis alle 4 Kerzen brannten und dann war Weihnachten direkt vor der Tür.

Die erste Kerze wurde angezündet, die Familie saß am Tisch und freute sich an der brennenden Kerze und in Erwartung von Weihnachten. Es wurden Advents und Weihnachtslieder gesungen.  So verging die wunderschöne Adventszeit und unser kleiner Kranz wunderte sich, daß seine Nadeln immer trockener wurden und manche sogar abfielen. Zwar wurde der Kranz ab und zu mit Wasser besprüht aber die Luft im Wohnzimmer war doch so trocken, daß der kleine Kranz immer mehr austrocknete. Er war deshalb ganz traurig. ich muß doch gut aussehen an Weihnachten dachte er. “Ich kann doch nicht sterben bevor es Weihnachten ist und ich verpasse alles”, dachte der kleine Kranz, “Ich muß doch an Weihnachten fit sein und das Christkind begrüßen.

Es half aber alles nichts. Am vierten Advent rieselten die Nadeln schon kräftig auf den Tisch und die Mutter sagte zu ihrem Jungen, “Bitte zünde die Kerzen auf dem Kranz nicht an, es ist zu gefährlich. Unser kleiner Kranz kann ganz schnell brennen und das wollen wir natürlich nicht.

Der kleine Kranz hörte das und wurde noch trauriger. Er sollte nicht mehr strahlen. Doch die Mutter konnte den traurigen Blick ihres Jungen nicht sehen und zündete auch die vierte Kerze noch an. Dem Himmel sei Dank, dachte der kleine Adventskranz. Jetzt kann es Weihnachten sein, ich darf wieder leuchten und strahlen.

Am nächsten Tag, an einem Montag war Heilig Abend. Der kleine Kranz konnte vor Aufregung gar nicht richtig schlafen. Am Montag Abend kam die Familie nach Hause und brachte einen wunderschönen Weihnachtsbaum mit. Der Vater sägte den Stamm ein wenig ab und stellte den Weihnachtsbaum in einen schönen Weihnachtsbaumständer. Ja was ist denn jetzt los dachte der kleine Kranz? Ein großer Tannenbaum, frisch und nach Wald duftend war plötzlich da und die ganze Familie begann den Baum zu schmücken. Wundervolle Glaskugeln, Kerzen, Schleifen, kleine Spielsache, Glasvögel und vieles mehr wurden an dem Baum aufgehängt.

Niemand kümmerte sich um den armen kleinen Adventskranz. Er war sehr traurig und hatte keine Ahnung was nun passieren würde. Niemand hatte ihm gesagt, daß der Weihnachtsbaum kommen würde und er selbst jetzt nicht mehr gebraucht wurde.

Die Mutter nahm den kleinen Kranz vorsichtig vom Tisch und steckte ihn in eine Papiertüte, damit die Nadeln nicht auf den Teppich fallen konnte.

“Mach’s  gut, wir sehen Dich im nächsten Jahr wieder”, sagte der Junge und trug den Kranz in den Garten und legte ihn auf den Blätterhaufen in der Ecke neben dem Haus. “Hier kannst Du den Winter verbringen”, sagte der Junge und ging zurück ins Haus.

Der kleine Adventskranz war zwar ganz froh über die frische und kalte Luft, aber er konnte jetzt nicht sehen was im Haus geschah, er konnte nur das Singen der Familie hören und das Klingen der kleinen Glocke, als das Christkind die Geschenke brachte. Er konnte jetzt keine Weihnachtsbotschaft mehr an die Menschen geben, seine Zeit war leider abgelaufen. Seine Aufgabe wurde nun von dem wunderschönen Weihnachtsbaum übernommen, dessen Zeit dann nach dem 3 – Königstag ablaufen würde.

Schöne Weihnachten kleiner Kranz, und vielen Dank für die schönen Adventswochen und die Freude die Du der kleinen Familie geschenkt hast.

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