Die Frankfurter Moral im 16. Jahrhundert

Ehebrecher werden im Mittelalter in Frankfurt ausgepeitscht

 

Ein Beschluß des Rates der Stadt Frankfurt vom 24. Mai 1576 sollte helfen die Moral und die Treue in der Ehe zu festigen. Aus der Chronik von Achill. Augusti von Lersner von 1706.

1576, Donnerstag den 24. May. Nachdem der Ehebruch und Unzucht sehr überhand nimbt, so hat sich E.E. Rath entschlossen, umb hinführo von einem, so eine Ehe bricht, 50 Gulden zur Strafe zu nehmen, und ihn auch anzuhalten, dem Nachrichter einen Gulden zu geben, wann aber einer zum zweytenmal die Ehe brechen wird, der soll 100 Gulden geben, und dem Hencker zwey Gulden, welcher aber zum drittenmahl die Ehe brechen wird, den soll man ohne alle Gnade mit Ruthen ausstreichen lassen, was aber gemeine Unzuchten so ledige Persohnen miteinander treiben / belangt, derer jede soll man zehen Gulden zur Straf abnehmen.

Das sollte doch dem heutigen Magistrat Anreiz sein die Finanzen der Stadt zu vermehren. Diese Strafen würden wohl die gesamten Einnahmen und Steuern der Stadt Frankfurt übersteigen. Allerdings würde die Stadt auch wegen der Schmerzensschreie der zum dritten Mal verurteilten Ehebrecher, während und nach der Auspeitschung keine anderen Tätigkeiten mehr zulassen.

 

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