Was war los im Mittelalter auf der “Frankfurter Gass”?

 

 

Ein kleiner Auszug von Geschehnissen in der Stadt Frankfurt zwischen 1520 und 1705, wie bei Lersner berichtet berichtet wird.

Teil I – Im sechzehnten Jahrhundert

Frankfurt im Mittelalter – mit Stadtgraben und der “Alten Brücke” aus Stein

1520 – Ist Johann von Löwenstein aus klein Egypten / Hauptmann des armen Volcks der Zigeuner / dessen Sohn Wolff wird von etlichen Reisigen bey Bornheim erschlagen / bey welchem gefunden worden/ein Pferd / zehen Gulden / ein Agsteiner Pater Noster in einer Taschen / Ein Krebs / Pantzer / ein Pantzer Keller / Stieffel Sporn / blecherne Handschuh und ein grüner Hut mit einem Bickel Häublein / welchesalles dem Vatter gegen Quittung wieder gelieffert worden.

1522 – Hat Hartman von Cronenburg sein Fisch-Wasser auf der Nidda dem Rath zu Frankfurt zugestellt / und sich mit Graf Otto on Solms vereiniget / Stein zu setzen / zwischen Ihro Gnaden Fisch-Wasser und demselben gewesenen Cronbergischen Wasser / auf welchen Steinen ein Seits des Solmische / ander Seits das Frankfurtische Wappen kommen soll.

1531 –  Hat es noch ein eigen Wein Ausruffer Amt allhier gehabt.

1552 Im Julio haben zwo Sau ein Kind zu Sachsenhausen umgebracht / darüber die eine Sau von des Kindes Vatter erschlagen / die andere aber von dem Scharffrichter in Mayn geworffen worden.

1561 – Im letzten Fastnachts-Tag ist Andreas Engelhard der Weber / so auf Ulrichstein wohnete / trunckener Weise vom Thurn in den Mayn gefallen / und ersoffen.

1565 den 19. Julii, Haben sich zwey Nachbars-Weiber auf der Zeil mit einander gezancket darüber die eine im Zorn mit einem Beyel heraus geloffen / und die andere erschlagen wollen / da sie zu ihrem Zweck nicht kommen konnte /ist sie nach Haus gegangen / sogleich nieder gefallen / und hat ihr die Steube das Hertz abgestossen.

1568 den 9, Aug. Springet ein Gürteler Gesell von der Brücken trunckener Weiß  worüber einen Schenkel zerbrochen.

1572 Am heiligen Oster-Tag hat sich das Erdreich / zwischen dem Friedberger und Allerheiligen Thor / außwendig am Stadt Graben / Manns hoch gesencket und auff 60. Schritt von einander gethan / ohne Versehrung der Stadt-Mauer.

1572 Am dritten Oster-Tag in der Nacht / fället ein Schneider gegen dem Pestiletz Haus über / in den Stadt Graben / zu Morgens hat man ihn ober schwimmend todt gefunden / in seinem Sack hatte er mehr nicht/dann 13. Heller Geldes.

1574 – Den 26. Jul. Als der Wall-Knecht zu Sachsenhausen / mit seiner Frauen auf die Arbeit gehet / und ihr Kind von einem vietel Jahr / zu Hauß in der Wiegen liegen lassen kommt eine Sau in das Hauß frissed dem Kind das Angesicht / biß auff die Hiernschale / und reisset etliche Stücke aus dem Hälßlein so weit es nicht gewickelt ware / das übrige bliebe unversehrt / da die Frau nach Hauß kommt / findet sie die Sau bei ihrem todten Kind / sobalden geschahe Obrigkeitlicher Befehl / daß dieses Schwein / durch den Hencker erschlagen wurde.

1575 – den 30. Mertz 7 Am Grünen Donnerstag zu Abend /Fället in der Heller Gassen / von Heren Hector von Holtzhausen Brand-Mauer ein groß Stück Mauer ein/zerschmettert zwey alte Häuser / wordurch drey Personen in den Häusern sehr geschädigt worden/aber keines ist auff dem Patz geblieben/So hat Gott alle darinnen bewahret.

1575 – Als den 21. Jul. die Dürrung ist so groß gewesen/daß auch die Schwemme und etliche Brunnen ausgetrucknet waren/ist von E.E. Rath befohlen worden/vor jede Tür Wasser zu stellen.

1582 – deb 22, Obtob. Ist dem jungen Herrn Bürgermeister / Herr Johann Hector Zumjungen/kund gethan und angezeigt worden/daß zween Hirsch in dem Scheids-Wald stünden/derowegen er sich auffgemacht/und einen darvon zu Haus bracht.

1583. Ist der Anfang mit dem neuen Calender gemacht/auff den 11. Nov.

1585 – Als E.E. Rath dieser Stadt im Martio einen tieffen Brunnen in dem Forst auffgraben lassen/und an der Mauer angefangen zu arbeiten/ist die Erde zusammen gefallen/worüber 6. Personen bedeckt werden/noch selben Tag hat man drey wiederum lebendig herauß gebracht/und den andern Tag ist der Meister Maurer von Coblentz/welcher bis an den Gürtel im Sand gestocken/auch lebendig heraußkommen/hingegen ist der Jacob Bube/Becker auf der Eschenheimer_Gassen und der Franck von Niederoth erst vierzehen Tag hernach heraus bebracht und nachmahls beyde zu Sachsenhausen auf dem Kirchhoff begraben worden/damahls waren Forst-Herren H. Achilles von Holtzhausen und Herr Hermann Reckman.

Fortsetzung aus dem siebzehnten Jahrhundert folgt bald.

Wappen unserer Stadt

 

 

 

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