Grauenvolle Morde im Westend – Sechsfacher Mord im Kettenhofweg

Sechs Leichen im Kettenhofweg 124 a

Sechs Leichen im Kettenhofweg 124 a

Am 15. August 1994 wurden sechs Leichen in einer stilvollen Villa im Frankfurter Kettenhofweg 124 a entdeckt. Der Ort des Verbrechens war ein stilvoller Puff und ermordet wurden 4 Prostituierte aus Russland und das Betreiber Ehepaar Gabor Bartos , 55, und seine Ehefrau Ingrid, 47. Die russischen Damen waren 18, 25, 27 und 28 Jahre alt.

Wegen des brutalen Vorgehens der Mörder, die Opfer lagen mit dem Gesicht nach unten auf dem Fußboden. Um ihren Hals hatten sie blutige Strangulationsmale. “Eine kaltblütige Tat”, sagte Frankfurts Polizeisprecher Peter Borchardt.  “Die Mörder töteten völlig lautlos”.

Nach Experten eine osteuropäische Spur. Die Russen – Mafia war sofort im Fokus der Ermittler, allerdings ein großer Irrtum.

Entdeckt wurden die Leichen von einem Freier, der am Montag eine Prostituierte wieder zurück brachte, die mit ihm ein gemeinsames Wochenende verbracht hatte. Das rettete ihr vermutlich das Leben.  Die Kunden des Bordells, wohl ausnahmslos Männer mit viel Geld gaben in der Regel 350 DM pro Stunde für ihr Vergnügen aus.

Das Haus, eine sehr stilvolle Doppelhaushälfte, gehörte dem Ungar Bartos  und seiner Ehefrau Ingrid. Dieser gehörte ein bekanntes Frankfurter Schreibwarengeschäft und sie hatte wohl auch keine Hemmungen schon einmal eine Quittung für “Schreibwaren” auszustellen, wenn dem Kunden dies bequemer war. Die Kunden zitterten nun allerdings vor dem Auffinden einer Kundenliste. Kunden in Maßanzügen, Banker und Geschäftsleute zwischen 40 und 50 gingen in der Gründerzeit – Villa ein und aus. Sie brauchten allerdings keine Angst zu haben denn es wurde laut Borchardt keine Liste gefunden.

Die Sonderkommission AG124 A verhaftete am Donnerstag die Russin Sonja, die als Prostituierte  bei Bartos arbeitete, und ihren Ehemann in einem Aussiedler – Wohnheim bei Kempten im Allgäu.Die Mordwaffen und eine Rolex Uhr des ermordeten Bordell – Chefs wurden bei der Frau gefunden. Bartos hatte ein eigenes Flugzeug mit dem er die Mädchen an der ungarisch/ukrainischen Grenze abholte, nachdem er diese von Kontaktleuten gekauft hatte. Bereits vor dem sechsfachen Mord ermittelte die Frankfurter Kripo gegen das Ehepaar Bartos wegen Menschenhandels.

Sofia Berwald die als Prostituierte  bei Bartos tätig war, fertigte Skizzen des Hauses und der Räumlichkeiten für ihren Ehemann Eugen Berwald an.  Die Skizzen waren von den verschiedenen Betriebsräumen, der Wohnung des Ehepaares Bartos und dem Souterrain an. Der Plan war Geld und Wertgegenstände aus dem Haus zu stehlen.  Eugen Behrwald fesselte und knebelte Ingrid Bartos und die 4 Russinnen, wurde aber von Gabor Bartos überrascht, der den Hund ausgeführt hatte. Er tötete ihn und anschließend alle anderen möglichen Zeugen.

Eine 70 Mann starke Sonderkommission trat an um diesen Fall schnell zu klären, da man auch einen Mafia . Verdacht hegte. Das Gericht stellte allerdings fest: Der Angeklagte Behrwald war der Täter, nur er und nur er allein. Obwohl ungeklärt ist, welche psychische Konstitution es dem Täter möglich machte, sechs Menschenleben, nacheinander, und in einem mit Sicherheit jedesmal qualvollen Akt des Mordens zu beenden. Behrwald wurde zu Lebenslänglich verurteilt und sein Frau zu 6 Jahren wegen schwerem Raub.

Eugen Behrwald in Handschellen

Dieser sechsfache Mord wird mit Sicherheit in die Liste  der brutalsten Verbrechen in Frankfurt eingehen.

Frankfurter Gerechtigkeit

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